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Was glückliche Menschen anders machen als Unglückliche

By Ramin Raygan 1 Jahr ago1 Comment

Hast Du Lust auf ein kleines Experiment? Stell dir folgende Situationen vor, und überlege, wobei du wahrscheinlich am glücklichsten wärest:

  1. Du wäschst dein dreckiges Geschirr ab und denkst dabei an das Geschirr.
  2. Du wäschst dein dreckiges Geschirr ab und denkst darüber nach, wohin du als nächstes in den Urlaub fährst.
  3. Du gehst zu einem Konzert in die Philharmonie, schließt die Augen und lauschst einfach den Geräuschen um dich herum.
  4. Du gehst zu einem Konzert in die Philharmonie und machst in Gedanken Pläne fürs Abendessen und für das kommende Wochenende.

Wärst du überrascht, wenn ich dir sage, dass du bei den Nummern 1 und 3 wahrscheinlich am glücklichsten bist?

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Gegenwärtigkeit und Glück

Die beiden Harvard-Psychologen Matthew Killingsworth und Daniel Gilbert haben in einer Studie herausgefunden, dass Menschen, deren Gedanken wandern oft unglücklicher sind, als Menschen, bei denen Gedanken und Handlungen eins sind – selbst wenn die Gedanken und Handlungen sich ums Geschirrspülen drehen.

Die Forscher hatten dafür eine Smartphone-App entwickelt, die den Probanden der Studie zufällig mehrmals am Tag einen kurzen Fragebogen zeigte. Die Teilnehmer sollten kurz beschreiben, was sie gerade tun, woran sie dabei denken und wie glücklich sie sich fühlen.

Und das hat die Achtsamkeits-Studie herausgefunden:

  1. Menschen sind mit ihren Gedanken fast genau so oft woanders, wie sie bei der Sache sind.
  2. Wenn sie mit den Gedanken wandern (woanders sind) sind sie im Schnitt unglücklicher.

Glück ist vorhersagbar

Gegenwärtigkeit – also der Zustand, wenn Gedanken und Handlungen Eins sind – ist ein zuverlässiger Indikator von Glück. Anders ausgedrückt: Menschen, die ihre Gedanken beim Handeln schweifen lassen, sind eher unglücklich als Menschen, die im Flow sind.

Vielleicht kennst du das ja auch: nach einem Streit fühlst du dich noch stundenlang aufgewühlt und angespannt. Das kann sogar soweit führen, dass sich dein Nacken verspannt und du dadurch Kopfschmerzen bekommst.

Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, mit so einer Situation umzugehen. Variante eins ist, sich dem unwohligen Gefühl zu ergeben und die Kopfschmerzen und Nackenverspannung zu beklagen. Das ist die häufigstte Reaktion, weil wir oft schon vergessen haben, dass wir uns gestritten hatten und die körperlichen Reaktionen vielleicht damit zu tun haben könnten. Außerdem benötigen diese Stresssymptome oft eine gewisse Zeit, bis sie Ihre volle Wirkung entfalten. Viele beschweren sich dann über die Schmerzen und denken, sie könnten nichts tun. Sie sind in der Sackgasse.

Die zweite Variante ist es, sich mit Hilfe von Achtsamkeitsübungen wie der Key Meditation etwas aus der Situation zurückzunehmen und eine Metaperspektive einzunehmen. Dadurch erkennt man die Zusammenhänge, die oft zwischen solchen Kopfschmerzen und vorhergegangenen Ereignissen liegen. – Das soll nicht heißen, dass Meditation bei jedem Schmerz hilft – ganz und gar nicht! Ein Arztbesuch kann und sollte niemals hinausgeschoben werden, wenn sich etwas Ernstes anbahnt.

Der Trick ist viel mehr, sich regelmäßig näher in das Hier und Jetzt zu holen, um langfristig eine bessere Verbindung zwischen dem „echten“ physischen Leben und der eigenen Gedankenwelt zu schaffen. Schnell wird dir dann auffallen, welche Gedanken dich eher glücklicher machen, und welche dazu führen, dass du unglücklich bist. Du merkst dann auch, welche Gedanken dazu führen, dass sich zum Beispiel dein Nacken anspannt.

Das schöne daran ist: Jetzt kannst du dich entscheiden – Möchtest du dich weiterhin an die negativen Gedanken klammern, oder lässt du die Gedanken los, nimmst deine Sorgen zurück und beginnst einen neuen, glücklicheren Tag. Es liegt dann in deiner Hand.

Sich an diese Wahlmöglichkeit zu gewöhnen dauert vielleicht eine kleine Weile und am Anfang ging es auch mir immer wieder so, dass ich die Gedanken nicht loslassen konnte. Aber du kannst mir glauben, in meinem Leben gibt es mittlerweile kaum etwas, das mich so aus der Bahn werfen könnte, dass ich durch eine gute Meditation nicht wieder zurück in Kraft und innere Ruhe finden würde. Probier es doch einfach aus.

Heute schon meditiert? 😉

Ramin Raygan
Meditationstrainer

Categories:
  Key Meditation, Life-Coaching
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About

 Ramin Raygan

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Seit 24 Jahren ist Ramin Raygan Coach und Trainer. Er spezialisierte sich unter anderem in Achtsamkeitstraining, Förderung von Eigenmotivation, und Stressreduktion bzw. in Glücks- und Erfolgstraining. Von 1989 bis 2002 war er exklusiv für ein renommiertes Unternehmen tätig. Durch seine Seminare und Coachings erlangten viele Mitarbeiter und Kunden mehr Erfolg und Lebensfreude.

One Comment

  • Klaus says:

    Lieber Ramin,

    danke für deinen tollen Rat. Ich stimme dir zu, dass wir Achtsamkeit mehr in unser Leben einbauen sollten. Ich ertappe mich auch oft dabei, mit den Gedanken entweder in der Vergangenheit (im Sinne von Reue) oder in der Zukunft (im Sinne von Ängsten) zu schweifen. Doch produktiver ist es, wenn man sich auf die Gegenwart konzentriert. Dadurch wird man auch nicht mehr in seinen Handlungen gelähmt. Vielmehr können wir dann erkennen, dass wir über unser Glück selbst entscheiden können, indem wir im Hier und Jetzt handeln.

    Liebe Grüße,
    Klaus

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